Dienstag, 6. Mai 2014

Galapagos - ein echtes Naturwunder ecuadorianischer Nationalität



Wie der Titel schon verrät geht es dieses Mal um meine Rotary-Reise auf die berühmten Galapagosinseln, auf die ich euch hier mitnehme. 

Vorweg muss ich anmerken, dass ich zurzeit noch nicht die Unterwasserbilder habe, die wir mit der Kamera einer Freundin geschoßen haben, die ich erst Mitte Mai wiedersehe. Dann folgt ein extra Eintrag nur für die Bilder.

Unsere Galapagosreise startete durch chaotische Umstände verspätet, denn ursprünglich war der Flug von Guayaquil nach Baltra am 23. März geplant. Durch Probleme mit der Airline musste er allerdings um zwei Wochen verschoben werden, und so verließen 35 Austauschschüler aus Manabí am 5. April 2014 das Festland Ecuadors und machten sich auf die knapp zweistündige Reise gen Westen auf die berühmten Galapagosinseln. 

Wir landeten auf der Insel Baltra (Seymour, die Namen in Klammern sind die im Englischen verwendeten), von dort aus folgte eine kurze Fahrt mit einer Fähre in den Norden der zweitgrößten, allerdings bevölkerungsreichsten Insel Santa Cruz (Indefatigable Island), auf der durch ihre zentrale Lage die meißten Touristen untergebracht sind. Diese Insel bietet durch ihre höhere Feuchtigkeit 15.000 Menschen ein zuhause, der im Süden gelegene Hauptort Puerto Ayora ist mit rund 12.000 Einwohnern der größte der Inselgruppe. Dort kamen wir nach einer guten Dreiviertelstunde im Bus an, denn wir hatten im Hotel Ninfa, 5 Gehminuten vom Hafen entfernt gebucht. Am selben Nachmittag machten wir uns auf den einstündigen Fußmarsch bei 25° und knallender Sonne zur Tortuga Bay, ein weißer Sandstrand unweit von Puerto Ayora. Der Weg aus Lavasteinen führte durch eine Kakteenlandschaft und die Galapagensen nennen ihn die Chinesische Mauer. Wie alle Galapagosinseln ist auch Santa Cruz vulkanischen Ursprungs, die Inselgruppe war also nie mit dem Festland verbunden.

 Der Weg nach Tortuga Bay


Nachdem wir am Vorabend in zwei Gruppen, einmal 16 und 19 Personen eingeteilt wurden, startete Tag 2 für meine Mädelsgruppe um 6.30 Uhr, um 7 Uhr nahmen wir ca. 3 Stunden lang ein Schnellboot auf die am östlichsten gelegene Hauptinsel San Cristóbal (Chatham). Der Nationalpark Galapagos vergibt den einzelnen Booten begrenzte Zeiten an Stränden und anderen geschützten Orten, um Massen zu vermeiden. Auch sind die Tourboote auf 16 Personen begrenzt. Dadurch mussten uns bei der Ankunft in der Hauptstadt der Provinz Galapagos, Puerto Baquerizo Moreno, 3 unserer Leute für den Tag verlassen und ein anderes Tourboot auffüllen. Gleich beim Anlegen wurden wir von Seelöwen begrüßt, wie es auf Galapagos Sitte ist, denn sie sind wirklich überall und haben keine Spur von Angst vor den Menschen.

 Eine Seelöwenfamilie auf Hafentreppen

 La linda capital Puerto Baquerizo Moreno


Galapagos-Seelöwen-Relax-Plattformen

Nachdem wir auf ein anderes Boot gewechselt hatten, fuhren wir ungefähr eine Stunde lang an der Westküste entlang, um zum sogenannten Leon Dormido (schlafender Löwe, Kicker Rock im Englischen), den Überresten eines Vulkans zu kommen. Auf dem Weg kamen wir an der Stelle vorbei, an der Charles Darwin im Jahre 1835 zum ersten Mal Fuß auf die Galapagosinsel setzte. Heute steht dort auf einem Felsen eine Statue des berühmten Wissenschaftlers. In den kalten Gewässern rund um den Kicker Rock, die an ihrer tiefsten Stelle rund 100 Meter und an den am wenigsten tiefen 50 Meter aufweisen, hieß es zum ersten Mal Schnorcheln. Hier sahen wir kleine Haie und viele Korallen in den unterschiedlichsten Farben. Wie schon gesagt hatten wir eine strikte Zeitbegrenzung von in diesem Fall einer Stunde, ein anderes Boot wurde von der Wasserpolizei weggeschickt weil es keine Erlaubnis hatte. Am selben Tag fuhren wir einen schönen weißen Sandstrand an, an dem wir uns ein bisschen erholen konnten und Riesenmantas sahen, eine Rochenart die anders als ihre Vetter nicht am Boden, sondern an der Wasseroberfläche schwimmen.

Die Charles-Darwin-Statue
 am Ort seines ersten Landgangs in Galapagos



El Leon Dormido, Kicker Rock. In der kalten Jahreszeit, 
von Juni bis November, muss man hier zum Schnorcheln Neoprenanzüge tragen.

Als wir zurück nach Puerto Ayora kamen, fiel uns etwas Außergewöhnliches ins Auge: ein riesiges O aus Bildern von Landschaften Ecuadors. Gehört hatte ich von dem Projekt #AllYouNeedIsEcuador.Travel des Tourismusministeriums schon, aber es noch nie gesehen: die einzelnen Buchstaben des Satzes ALL YOU NEED IS waren vom 1. April an zehn Tage lang in Großstädten der ganzen Welt verteilt, zusammen mit jeweils zwei jungen Ecuadorianer, die im jeweiligen Land studieren und die Passanten über das Projekt und vor allem über das touristische Ecuador informieren. Das N stand vor dem Sony Center am Potsdamer Platz in der deutschen Hauptstadt. Um den Werbeslogan zu vervollständigen, hatten auch sieben ecuadorianische Städte die Ehre, einen Buchstaben ihres Landes zu tragen. Das Projekt begann schon Anfang März auf digitaler Ebene, denn das Tourismusministerium erwarb für ein Jahr die Rechte des Beatles-Songs "All you need is love" und machte daraus unter anderem ein Video mit dem Namen "ALL YOU NEED IS ECUADOR". Durch dieses Projekt sollte mehr Aufmerksamkeit auf das kleine Andenland gelenkt werden, das auf der Fläche Österreichs vier verschiedene Klimazonen vereint und touristisch noch nicht weit erschlossen ist. Dieses Ziel wurde durch rund 80.00.000 Menschen die die Buchstaben sahen und eine riesige Welle in den sozialen Netzwerken auf jeden Fall erreicht.

Die offizielle Website des Tourismusministeriums:
http://ecuador.travel/en
Das Video zur Kampagne:
https://www.youtube.com/watch?v=aCwLjXH0f-Y

  Werbung für Ecuadors Tourismus in Puerto Ayora


Der dritte Tag begann um 5.00 Uhr, wir nahmen unsere Yacht im Norden der Insel, denn das Tagesziel waren die nordwestlich Santa Cruz's gelegene Insel Santiago (James) und die kleine, aber sehr berühmte Vulkaninsel Bartolomé (Bartholomew), die im Osten davorgelagert ist. Die beeindruckenste Schnorchelerfahrung hatte ich auf jeden Fall an der Sullivan Bay auf Santiago. Hier gingen wir vom Strand aus ins Wasser und durch die geringe Wassertiefe waren die Steine, Korallen und kleinen Fischschwärme sehr deutlich zu erkennen. Zwei Freundinnen und ich schwammen gerade zwischen zwei großen Steinen, als uns ein Pinguin von unten überholte. Der Galapagospinguin wird nur bis zu 50 cm lang, ist einer von vier Arten von Brillenpinguinen und die auf der größten Insel Isabela heimischen Tiere sind die einzigen, die auf der Nordhalbkugel brüten. Nachdem wir diesen angenehmen Schrecken überwunden hatten bekam der kleine Mann (oder Frau, wer weiß) Gesellschaft und in wenigen Minuten waren wir von Pinguinen umgeben. Auch Wasserleguane drehten ihre Runden hier, sie schwimmen wie Hunde an der Wasseroberfläche und bewegen nur die Beine, einige sonnten sich auf den Lavasteinen. Als ich nach einiger Zeit das Wasser wieder verlassen wollte entschied ich mich ganz schnell um: zwei Seelöwenjungen waren an den Strand gekommen und es war unheimlich toll mit ihnen zu schwimmen. 
Nach diesem Erlebnis gingen wir zurück an Bord um nach Bartolomé rüberzusetzen, die Schönheit die wir schon von Santiago aus bewundern konnten weil sie nur ein paar hundert Meter davon entfernt ist. Bei dem Aufstieg auf den 114 Meter hohen Hauptvulkan erklärte uns der Guide dass die Insel kleinere, sozusagen Hilfsvulkane besitzt, die beim Abtransportieren der Gase helfen. Außerdem ist sie aus verschiedenen Lavaarten von verschiedenen Ausbrüchen nach und nach entstanden, der Vulkan formte sich sozusagen selbst. Von der Spitze aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die gesamte Insel mit ihren beiden Sandstränden und der berühmten Felsnadel Roca Pináculo, die wohl zu den am meisten fotografierten Orten in Galapagos gehören. Schnorcheln ging's natürlich auch nochmal hier, und auch dieses Mal zeigten die Seelöwenjungen keine Scheu.
Bevor wir jedoch nach Santa Cruz zurückkehrten wartete ein kleines Wunder auf uns: eine Delfinschule von 40 bis 50 Tieren befand sich vor der Küste Bartolomés und begleitete unser Boot einige Minuten lang, aus dem Wasser springend und sich Rennen untereinander und mit dem Boot liefernd. Dieser Tag war für mich der schönste.

 Delfine vor Bartolomé

 La Isla Bartolomé

Hier zur Verdeutlichung nochmal eine Karte:
Mittig Santa Cruz, wo wir wohnten;
im Osten die Hauptinsel San Cristóbal;
im Nordwesten San Salvador, wie Santiago auch genannt wird,
im roten Kasten Bartolomé;
und die größte Insel Isabela, die wir am nächsten Tag besuchten.


Nun darf natürlich Isabela wie gesagt nicht fehlen, die größte Insel, die wir am vierten Tag besuchten. Hier kamen wir in Puerto Villamil im Süden der Insel an, dort folgte eine Buchttour, bei der wir Babyleguane auf Felsen und kleine, ungefährliche Haie in einem schmalen, geschützten Korridor sahen. 
Außerdem wanderten wir über ein Lavafeld des aktiven Vulkans Cero Azul, der vor kurzem erst ausgebrochen ist. Da die Vulkane auf Galapagos allerdings einen sehr weiten Krater besitzen, dieser hat einen ungefähren Durchmesser von zwei Kilometern, sind ihre Erruptionen harmlos, da die Lava nicht aus dem Krater austritt. 
Natürlich schnorchelten wir auch auf Isabela, und dieses Mal wurden eine Freundin und ich von einer Riesenschildkröte überrascht, die bestimmt 1,50m lang war. Wir schwammen eine ganze Weile mit ihr und da sie so gemächlich schwamm konnten wir einige gute Fotos schießen. 
Zurück an Land fuhren wir ein Stück über die Insel zu einer Lagune, in der wir sage und schreibe vier Flamingos sahen, die dort wohl auch nicht heimisch sind. Wir besuchten auch eine Aufzuchtsstation für Landschildkröten (oder Landschildkrötenaufzuchtsstation), in der Landschildkröten verschiedener Inseln aufgezogen werden, denn in der Wildnis sterben sehr viele der bedrohten Tiere schon in jungem Alter. 
Den Abschluss dieses Tages bildete ein bisschen Entspannen am Strand mit Seelöwen und Schwimmen mit Leguanen. Eine ganze Horde Seelöwen hatte sich in den Schatten der Bäume zurückgezogen und döste vor sich hin.

 Leguan auf der Hafenpromenade

Flamingos in einer Lagune

Seelöwen nehmen den Strand ein


Bevor wir am nächsten Tag leider auch schon abreisten, besuchten wir eine weitere Landschildkrötenstation, diese befindet sich aber in der Nähe von Puerto Ayora und in ihr lebte Lonesome George, die Schildkröte die als letzte ihrer Unterart im Juni 2012 verstarb, ohne des Wissens der Pfleger nach Nachkommen zu hinterlassen. Er lebte nämlich mit zwei Weibchen zusammen und es gibt noch Hoffnung, dass es zu einer Paarung gekommen ist, da Schildkrötenweibchen das Sperma bis zu vier Jahre lang speichern können, bevor sie trächtig werden. George starb jedoch vorerst als letzter seiner Art.

 Das Gehege, in dem Lonesome George lebte


Nach dieser fünftägigen, einmaligen Reise brachte uns das Flugzeug zurück aufs Festland.
Für mich war diese Reise die schönste, da wir so viele verschiedene Tiere sahen und vor allem so nah an ihnen dranwaren, man konnte dieses Naturwunder wirklich mit allen Sinnen erleben.

Für meine Facebook-Freunde geht es hier zu meinem Galapagosalbum, in dem meine Reise bildhaft reflektiert wird: 
https://www.facebook.com/lui.sarro/media_set?set=a.524220307686945.1073741833.100002969400163&type=3

Jetzt fehlen auch nur noch knapp zwei Monate bis ich heimfliege, und so wenig ich mein ecuadorianisches Leben verlassen will, freue ich mich auf zuhause.
Ich melde mich aber bestimmt nochmal aus Ecuador, denn es steht ja noch die letzte Reise bevor, der Trip durch die Sierra.
Bis dahin Alles Gute!

Luisa