Wie der
Titel schon verrät geht es dieses Mal um meine Rotary-Reise auf die berühmten
Galapagosinseln, auf die ich euch hier mitnehme.
Vorweg muss
ich anmerken, dass ich zurzeit noch nicht die Unterwasserbilder habe, die wir
mit der Kamera einer Freundin geschoßen haben, die ich erst Mitte Mai wiedersehe.
Dann folgt ein extra Eintrag nur für die Bilder.
Unsere Galapagosreise startete durch chaotische
Umstände verspätet, denn ursprünglich war der Flug von Guayaquil nach Baltra am
23. März geplant. Durch Probleme mit der Airline musste er allerdings um zwei
Wochen verschoben werden, und so verließen 35 Austauschschüler aus Manabí am 5.
April 2014 das Festland Ecuadors und machten sich auf die knapp zweistündige
Reise gen Westen auf die berühmten Galapagosinseln.
Wir landeten auf der Insel Baltra (Seymour, die Namen
in Klammern sind die im Englischen verwendeten), von dort aus folgte eine kurze
Fahrt mit einer Fähre in den Norden der zweitgrößten, allerdings
bevölkerungsreichsten Insel Santa Cruz (Indefatigable Island), auf der durch
ihre zentrale Lage die meißten Touristen untergebracht sind. Diese Insel bietet
durch ihre höhere Feuchtigkeit 15.000 Menschen ein zuhause, der im Süden
gelegene Hauptort Puerto Ayora ist mit rund 12.000 Einwohnern der größte der
Inselgruppe. Dort kamen wir nach einer guten Dreiviertelstunde im Bus an, denn
wir hatten im Hotel Ninfa, 5 Gehminuten vom Hafen entfernt gebucht. Am selben
Nachmittag machten wir uns auf den einstündigen Fußmarsch bei 25° und
knallender Sonne zur Tortuga Bay, ein weißer Sandstrand unweit von Puerto
Ayora. Der Weg aus Lavasteinen führte durch eine Kakteenlandschaft und die
Galapagensen nennen ihn die Chinesische Mauer. Wie alle Galapagosinseln ist
auch Santa Cruz vulkanischen Ursprungs, die Inselgruppe war also nie mit dem
Festland verbunden.
Der Weg nach
Tortuga Bay
Nachdem wir am Vorabend in zwei Gruppen, einmal 16 und
19 Personen eingeteilt wurden, startete Tag 2 für meine Mädelsgruppe um 6.30
Uhr, um 7 Uhr nahmen wir ca. 3 Stunden lang ein Schnellboot auf die am
östlichsten gelegene Hauptinsel San Cristóbal (Chatham). Der Nationalpark
Galapagos vergibt den einzelnen Booten begrenzte Zeiten an Stränden und anderen
geschützten Orten, um Massen zu vermeiden. Auch sind die Tourboote auf 16
Personen begrenzt. Dadurch mussten uns bei der Ankunft in der Hauptstadt der
Provinz Galapagos, Puerto Baquerizo Moreno, 3 unserer Leute für den Tag verlassen
und ein anderes Tourboot auffüllen. Gleich beim Anlegen wurden wir von Seelöwen
begrüßt, wie es auf Galapagos Sitte ist, denn sie sind wirklich überall und
haben keine Spur von Angst vor den Menschen.
Eine Seelöwenfamilie auf Hafentreppen
La linda
capital Puerto Baquerizo Moreno
Nachdem wir auf ein anderes Boot gewechselt hatten,
fuhren wir ungefähr eine Stunde lang an der Westküste entlang, um zum
sogenannten Leon Dormido (schlafender Löwe, Kicker Rock im Englischen), den
Überresten eines Vulkans zu kommen. Auf dem Weg kamen wir an der Stelle vorbei,
an der Charles Darwin im Jahre 1835 zum ersten Mal Fuß auf die Galapagosinsel
setzte. Heute steht dort auf einem Felsen eine Statue des berühmten
Wissenschaftlers. In den kalten Gewässern rund um den Kicker Rock, die an ihrer
tiefsten Stelle rund 100 Meter und an den am wenigsten tiefen 50 Meter
aufweisen, hieß es zum ersten Mal Schnorcheln. Hier sahen wir kleine Haie und
viele Korallen in den unterschiedlichsten Farben. Wie schon gesagt hatten wir
eine strikte Zeitbegrenzung von in diesem Fall einer Stunde, ein anderes Boot
wurde von der Wasserpolizei weggeschickt weil es keine Erlaubnis hatte. Am
selben Tag fuhren wir einen schönen weißen Sandstrand an, an dem wir uns ein
bisschen erholen konnten und Riesenmantas sahen, eine Rochenart die anders als
ihre Vetter nicht am Boden, sondern an der Wasseroberfläche schwimmen.
Die Charles-Darwin-Statue
am Ort seines ersten Landgangs in Galapagos
El Leon Dormido, Kicker Rock. In der kalten Jahreszeit,
von Juni bis November, muss man hier zum Schnorcheln Neoprenanzüge tragen.
Als wir
zurück nach Puerto Ayora kamen, fiel uns etwas Außergewöhnliches ins Auge: ein
riesiges O aus Bildern von Landschaften Ecuadors. Gehört
hatte ich von dem Projekt #AllYouNeedIsEcuador.Travel des Tourismusministeriums
schon, aber es noch nie gesehen: die einzelnen Buchstaben des Satzes ALL YOU
NEED IS waren vom 1. April an zehn Tage lang in Großstädten der ganzen Welt
verteilt, zusammen mit jeweils zwei jungen Ecuadorianer, die im jeweiligen Land
studieren und die Passanten über das Projekt und vor allem über das
touristische Ecuador informieren. Das N stand vor dem
Sony Center am Potsdamer Platz in der deutschen Hauptstadt. Um den Werbeslogan zu vervollständigen, hatten auch
sieben ecuadorianische Städte die Ehre, einen Buchstaben ihres Landes zu
tragen. Das Projekt begann schon Anfang März auf digitaler Ebene, denn das
Tourismusministerium erwarb für ein Jahr die Rechte des Beatles-Songs "All you need is love" und machte
daraus unter anderem ein Video mit dem Namen "ALL YOU NEED IS ECUADOR". Durch dieses Projekt sollte mehr Aufmerksamkeit auf das kleine Andenland
gelenkt werden, das auf der Fläche Österreichs vier verschiedene Klimazonen
vereint und touristisch noch nicht weit erschlossen ist. Dieses Ziel wurde
durch rund 80.00.000 Menschen die die Buchstaben sahen und eine riesige Welle
in den sozialen Netzwerken auf jeden Fall erreicht.
Die
offizielle Website des Tourismusministeriums:
http://ecuador.travel/en
http://ecuador.travel/en
Das Video
zur Kampagne:
https://www.youtube.com/watch?v=aCwLjXH0f-Y
Werbung für Ecuadors Tourismus in Puerto Ayora
Der dritte
Tag begann um 5.00 Uhr, wir nahmen unsere Yacht im Norden der Insel, denn das Tagesziel waren die nordwestlich Santa Cruz's gelegene Insel Santiago (James) und die
kleine, aber sehr berühmte Vulkaninsel Bartolomé (Bartholomew), die im Osten davorgelagert ist. Die beeindruckenste Schnorchelerfahrung hatte ich auf
jeden Fall an der Sullivan Bay auf Santiago. Hier gingen wir vom Strand aus ins Wasser und durch die geringe Wassertiefe waren die Steine, Korallen und kleinen Fischschwärme
sehr deutlich zu erkennen. Zwei Freundinnen und ich schwammen gerade zwischen
zwei großen Steinen, als uns ein Pinguin von unten überholte. Der
Galapagospinguin wird nur bis zu 50 cm lang, ist einer von vier Arten von
Brillenpinguinen und die auf der größten Insel Isabela heimischen Tiere sind
die einzigen, die auf der Nordhalbkugel brüten. Nachdem wir diesen angenehmen
Schrecken überwunden hatten bekam der kleine Mann (oder Frau, wer weiß)
Gesellschaft und in wenigen Minuten waren wir von Pinguinen umgeben. Auch
Wasserleguane drehten ihre Runden hier, sie schwimmen wie Hunde an der
Wasseroberfläche und bewegen nur die Beine, einige sonnten sich auf den
Lavasteinen. Als ich nach einiger Zeit das Wasser wieder verlassen wollte
entschied ich mich ganz schnell um: zwei Seelöwenjungen waren an den Strand
gekommen und es war unheimlich toll mit ihnen zu schwimmen.
Nach diesem
Erlebnis gingen wir zurück an Bord um nach Bartolomé rüberzusetzen, die
Schönheit die wir schon von Santiago aus bewundern konnten weil sie nur ein
paar hundert Meter davon entfernt ist. Bei dem
Aufstieg auf den 114 Meter hohen Hauptvulkan erklärte uns der Guide dass die Insel kleinere, sozusagen Hilfsvulkane
besitzt, die beim Abtransportieren der Gase helfen. Außerdem ist sie aus
verschiedenen Lavaarten von verschiedenen Ausbrüchen nach und nach entstanden,
der Vulkan formte sich sozusagen selbst. Von der Spitze aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die gesamte
Insel mit ihren beiden Sandstränden und der berühmten Felsnadel Roca Pináculo, die wohl zu den am meisten
fotografierten Orten in Galapagos gehören.
Schnorcheln ging's natürlich auch nochmal hier, und auch dieses Mal zeigten die
Seelöwenjungen keine Scheu.
Bevor wir
jedoch nach Santa Cruz zurückkehrten wartete ein kleines Wunder auf uns: eine
Delfinschule von 40 bis 50 Tieren befand sich vor der Küste Bartolomés und
begleitete unser Boot einige Minuten lang, aus dem Wasser springend und sich
Rennen untereinander und mit dem Boot liefernd. Dieser Tag war für mich der
schönste.
Delfine vor Bartolomé
La Isla Bartolomé
Hier zur Verdeutlichung nochmal eine Karte:
Mittig Santa Cruz, wo wir wohnten;
im Osten die Hauptinsel San Cristóbal;
im Nordwesten San Salvador, wie Santiago auch genannt wird,
im roten Kasten Bartolomé;
und die größte Insel Isabela, die wir am nächsten Tag besuchten.
Nun darf
natürlich Isabela wie gesagt nicht fehlen, die größte Insel, die wir am vierten
Tag besuchten. Hier kamen wir in Puerto Villamil im Süden der Insel an, dort
folgte eine Buchttour, bei der wir Babyleguane auf Felsen und kleine,
ungefährliche Haie in einem schmalen, geschützten Korridor sahen.
Außerdem
wanderten wir über ein Lavafeld des aktiven Vulkans Cero Azul, der vor kurzem
erst ausgebrochen ist. Da die Vulkane auf Galapagos allerdings einen sehr
weiten Krater besitzen, dieser hat einen ungefähren Durchmesser von zwei
Kilometern, sind ihre Erruptionen harmlos, da die Lava nicht aus dem Krater
austritt.
Natürlich schnorchelten
wir auch auf Isabela, und dieses Mal wurden eine Freundin und ich von einer
Riesenschildkröte überrascht, die bestimmt 1,50m lang war. Wir schwammen eine
ganze Weile mit ihr und da sie so gemächlich schwamm konnten wir einige gute
Fotos schießen.
Zurück an
Land fuhren wir ein Stück über die Insel zu einer Lagune, in der wir sage und
schreibe vier Flamingos sahen, die dort wohl auch nicht heimisch sind. Wir
besuchten auch eine Aufzuchtsstation für Landschildkröten (oder
Landschildkrötenaufzuchtsstation), in der Landschildkröten verschiedener Inseln
aufgezogen werden, denn in der Wildnis sterben sehr viele der bedrohten Tiere
schon in jungem Alter.
Den
Abschluss dieses Tages bildete ein bisschen Entspannen am Strand mit Seelöwen
und Schwimmen mit Leguanen. Eine ganze Horde Seelöwen hatte sich in den
Schatten der Bäume zurückgezogen und döste vor sich hin.
Leguan auf der Hafenpromenade
Flamingos in einer Lagune
Seelöwen nehmen den Strand ein
Bevor wir am
nächsten Tag leider auch schon abreisten, besuchten wir eine weitere
Landschildkrötenstation, diese befindet sich aber in der Nähe von Puerto Ayora
und in ihr lebte Lonesome George, die Schildkröte die als letzte ihrer Unterart im Juni 2012 verstarb, ohne des Wissens der Pfleger nach Nachkommen zu
hinterlassen. Er lebte nämlich mit zwei Weibchen zusammen und es gibt noch
Hoffnung, dass es zu einer Paarung gekommen ist, da Schildkrötenweibchen das
Sperma bis zu vier Jahre lang speichern können, bevor sie trächtig werden. George starb jedoch vorerst als letzter seiner Art.
Das Gehege, in dem Lonesome George lebte
Nach dieser
fünftägigen, einmaligen Reise brachte uns das Flugzeug zurück aufs Festland.
Für mich war
diese Reise die schönste, da wir so viele verschiedene Tiere sahen und vor
allem so nah an ihnen dranwaren, man konnte dieses Naturwunder wirklich mit
allen Sinnen erleben.
Für meine
Facebook-Freunde geht es hier zu meinem Galapagosalbum, in dem meine Reise
bildhaft reflektiert wird:
https://www.facebook.com/lui.sarro/media_set?set=a.524220307686945.1073741833.100002969400163&type=3
Jetzt fehlen
auch nur noch knapp zwei Monate bis ich heimfliege, und so wenig ich mein
ecuadorianisches Leben verlassen will, freue ich mich auf zuhause.
Ich melde
mich aber bestimmt nochmal aus Ecuador, denn es steht ja noch die letzte Reise
bevor, der Trip durch die Sierra.
Bis dahin
Alles Gute!
Luisa
