Mittwoch, 30. Oktober 2013

Zweite Rotary-Reise und meine Beschäftigung in Chone, dem Nabel der Welt

Hallo an alle meine treuen Leser,
zuerst einmal muss ich sagen dass ich überrascht und gleichzeitig auf merkwürdige Weise geehrt bin durch die vielen Seitenaufrufe hier in meinem Blog. Auch sagen mir meine Eltern jedes Mal wenn ich sie spreche dass ich endlich weiterschreiben soll (was angesichts der Tatsache dass ich in meinem Haus nur sehr unregelmäßig Internetzugang habe wirklich nicht einfach ist), wozu ich mich jetzt jedoch aufgerafft habe. Ich freue mich wirklich, dass Leute interessiert sind an dem was ich hier in Ecuador erlebe, und dass sie mir so positive Rückmeldung geben. Danke!

So, nun zu den neuesten Ereignissen: ich habe meine zweite Reise mit den rotarischen Austauschschülern hinter mir. Sie fand statt vom 16. – 20. Oktober 2013 hier in meiner Provinz, Manabí, welche im Westen Ecuadors gelegen sehr viel Anteil hat an der sogenannten „Ruta del Sol“ (span., „Weg der Sonne“). Diese stellt die Strände Ecuadors dar und erstreckt sich über die gesamte Küste. Da Manabí mittig liegt im Land bietet sich diese Reise an, da nämlich zum ersten Mal alle insgesamt 142 Exchangers in Ecuador aus rund 15 Ländern zusammentrafen. Von unserer Herberge (es war wirklich nicht mehr als eine Herberge, aber ausreichend), haben wir verschiedene Strände besucht und es fanden Strandolympiaden statt (ich habe eine Medaille im Sackhüpfen gewonnen!). Außerdem nahmen wir mit unseren Blazern und Flaggen teil an einem Umzug durch die Stadt Portoviejo, Manabís Hauptstadt, und natürlich durfte die obligatorische Flaggen-Fotosession nicht fehlen. Hier das neueste Gruppenfoto, entstanden in Crucita, Manabí:




Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, Jugendliche aus aller Herren Länder auf einmal zu treffen, und jeder bringt ein Stück seiner Kultur mit, seines Lebens, seiner Träume und Pläne. Und auch wenn jeder einzigartig ist, sind wir doch alle gleich, durchleben wir doch alle diesen Wandel, weit weg von zuhause, mit sprachlichen Hindernissen und ab und zu immer noch kleinen Kulturschocks. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich alle diese wunderbaren Menschen treffen konnte und immer noch treffe. Denn das Jahr ist noch nicht um! Inzwischen bin ich seit zwei Monaten und 6 Tagen in Südamerika. Ich kann nur sagen, die Zeit fliegt.

Austauschschüler zu treffen bedeutet Pins bekommen und ich muss sagen ich bin sehr stolz auf meinen Blazer.



Einige von euch haben mich gefragt, was ich denn als Hobbies habe. Da es hier in Chone ja keine Möglichkeiten gibt, die von zuhause weiterzuführen, kommen jetzt große Neuigkeiten: Ich lerne Gitarre zu spielen. Hier in meinem Haus habe ich die Gitarre meiner Schwester gefunden die sie gespielt hat als sie etwa 10 war, darum ist sie relativ klein, aber ich ja auch und deshalb passt das. Sachas Vater hat einen Freund dessen Söhne bei uns auf der Schule sind und sehr gut Gitarre spielen, und der Jüngere bringt uns mit viel Geduld die ersten Akkorde bei. Es macht wirklich Spaß! Außerdem hat meine Freundin angefangen jeden Tag ins Fitnessstudio zu gehen und ich begleite sie, sagen wir, fast immer. Muss ich auch denn ich will nicht zu viel zunehmen, und auf Kochbanane, Süßbrot und Schokolade verzichten kommt nicht in Frage. Dieses eine Jahr hier in Ecuador mit dieser unglaublichen Küche wird genutzt! Was mein Spanisch angeht mache ich große Fortschritte, ich verstehe viel und werde immer sicherer mit dem Sprechen. Du musst einfach sprechen, sprechen, sprechen, auch wenn du immer das gleiche erzählst, nur so bekommst du den Dreh raus. Und das Beste ist sich mit Leuten zu unterhalten die einen verbessern und die Dinge erklären. Und ich habe keine Angst mehr, Fehler zu machen. Aber wenn im Unterricht etwas diktiert wird schreibe ich fast fehlerfrei (in Französisch könnte ich es nicht besser). Alles in allem muss ich sagen, Spanisch ist eine sehr schöne Sprache und mit Französisch- oder Italienischkenntnissen auf jeden Fall gut zu lernen. Me gusta!

In diesem Sinne hoffe ich, euch allen geht es gut und ihr kommt gut in den November. In Deutschland wird es ja jetzt kalt, hier ist es sehr heiß. Aber denkt dran: macht euch warme Gedanken! Ich mache mir in der Zwischenzeit kühle.

Con muchos saludos y besos ecuatorianos,                                                                                   mit vielen ecuadorianischen Grüßen und Küssen,
Luisa



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