Sonntag, 12. Januar 2014

Weihnachten in Shorts, verbrannte Puppen zu Neujahr und Wasserfälle (noch) ohne Wasser

Ich melde mich zum ersten Mal dieses Jahr aus Ecuador...

...das in letzter Zeit immer regnerischer und ja, immer wärmer wurde.
Jetzt aber erstmal zu den Feierlichkeit des Jahresendes.

Weihnachten habe ich in Chone mit meiner ganzen Papa-Seite der Familie verbracht und es gibt die gleichen Traditionen wie in Deutschland nur wie immer, alles beginnt etwas später. An Heiligabend haben wir um 11 in der Nacht mit dem Geschenkeverteilen begonnen, was mich besonders wunderte ist dass wir nicht in der Kirche waren und das in so einem katholischen Land. Dann kam der mehr oder weniger musikalische Teil des Abends und ich habe ihnen "Stille Nacht" in seiner Originalsprache gesungen, denn man kennt das Lied auch hier.
Um 12 gab es dann Essen, wie immer Reis und Hühnchen und dazu eine Sache die sich Condumio nennt, eine Creme aus Hühnchen, Keksen und Rosinen. Sehr interessant. Der Nachtisch hat dann aber alles gerettet, er bestand aus einem Zitronenkuchenteig gebacken in einer Auflaufform, der mit einem süßen flüssigen Milcherzeugnis getränkt wird und danach mit Crème Chantilly und Früchten, in unserem Falle Erdbeeren, bedeckt. Die vorangeschrittene Stunde fürs Abendessen im ganzen Dezember war auch der Grund, warum ich 5 (ja genau, 5) Kilo zugenommen habe. Meine Mutter ist um 7 aus der Bank zurückgekommen und direkt in ihre Boutique weil sie im Dezember das beste Geschäft macht, kam von dort zwischen 10 und 11 zurück und dann haben wir gegessen. Jetzt versuche ich das abzunehmen, ins Fitnessstudio gehe ich weiterhin dreimal die Woche. Und wenn ich es hier wegen zu vielen Kohlenhydraten und fast keinem Obst und Gemüse nicht runterkriege, versuche ich zumindest nichts mehr zuzunehmen. Zuhause geht das wegen des gesunden Essens besser.
Ich durfte mich auch über ein paar kleine Geschenke von meiner Oma und meinen Cousinen und über einen wunderschönen Rock von meinen Eltern freuen.

Silvester haben wir auch hier verbracht, ebenfalls sind wir um 11 Uhr zu meinem Onkel gegangen um um 12 pünktlich  zum Jahreswechsel unser "Altes Jahr", eine lebensgroße Puppe aus Pappmaschee, in unserem Falle Zeitungen und alten Kleidern, zu verbrennen. Das symbolisiert den Neuanfang, den ein neues Jahr mit sich bringt und dass man das Alte hinter sich lässt. Auch durften natürlich die traditionellen 12 Trauben nicht fehlen, mit jeder Traube die man isst kann man einen Wunsch machen. Man darf sich auch wiederholen, ich konnte mir beim besten Willen keine 12 Wünsche einfallen lassen weil ich glücklich bin :)


Hier einmal die schöneren Exemplare des "Alten Jahres"auf unserer Feier. 
Meißtens werden Comichelden als Vorlage genommen.
Außerdem gilt: je größer die Stadt desto spektakulärer und größer die Puppen.

Nach der Feier bei meinem Onkel, die wir um 2 verlassen haben, bin ich mit meiner Schwester und ihren Freundinnen in einen Club gegangen, um danach um 6 totmüde in mein Bett zu fallen. Meine Mutter weckte mich um 12 Uhr mittags um an den Strand zu gehen und schwubs, war 2014 da. 

Der bemerkenswertste Ausflug des neuen Jahres bisher hat gestern stattgefunden. Sachas Tennispartner hat uns eingeladen, mit seinem Bruder und einer Freundin zum Cafe Color Tierra zu gehen, 15 Minuten von Chone entfernt. Dieses Cafe liegt an einem bewaldeten Berg, der Wald blieb noch erhälten aus der Zeit, in der auch die Costa-Region Ecuadors mit Regenwald bedeckt war. Dieser Berg besitzt einige Wasserfälle, die leider noch kein Wasser führen da die Regenzeit gerade erst begonnen hat. Aber auch ohne Wasser war es wahrlich ein Abenteuer und eine Herausforderung, den zum Teil sehr steilen, aber wunderschönen Pfad zu laufen bzw. zu klettern. Auch war die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, sodass wir uns klatschnass schwitzten. Aber es war eine Einstimmung auf meinen Regenwald-Trip Ende Januars, der immer näher rückt. Und es hat sehr viel Spaß gemacht.


Hier sind wir, von links:
Patricio, Auxy, Robert, Sacha und ich.

Ansonsten freue ich mich auf den nächsten Trip, mache viel Sport und treffe mich mit meinen besten Freundinnen die leider im März weggehen um zu studieren. Und natürlich versuche ich, nicht in meinem eigenen Schweiß zu ertrinken.

Euch allen wünsche ich ein gesundes und glückliches Jahr 2014 und gaaanz viel Motivation, die guten Vorsätze auch in die Tat umzusetzen.
Grüße und Küsse,

Luisa





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